Cappu-Chat
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Um 10 Uhr öffent das Internet-Cafe Cappu-Ch@t in Freising. Auch schon so früh am Morgen tröpfeln die ersten Gäste herein. Ihr Begehren ist meist schnell ein paar e-mails abzurufen oder etwas wichtiges im Netz zu suchen. Auch den ganzen Tag über stellen die Internetnutzer die Mehrheit. Die „Zocker“, die den Computer vor allem für Spiele nutzen wollen stürmen die freien Plätze eher am späten Abend.

Dabei geht es nicht allen nur darum, vor Bildschirm und Tastatur zu sitzen. Manche kommen auch einfach auf ein Bierchen, und um etwas fachzusimpeln. Dabei ist es freilich auch nicht so, dass ein ausgesprochener oder unausgesprochener Zwang besteht, die Thematik der Gespräche auf Computer und Internet einzuengen. Ganz im Gegenteil. Auch über Frauen, Fußball oder Autos darf geschnackt werden.

Eigentlich hat doch jeder einen Computer samt Internetanschluss zu Hause. Was ist also der besondere Reiz daran sich nicht in die eigenen Vier Wände, sondern in den öffentlichen Raum zu begeben? Zunächst einmal: Nicht jeder hat wirklich einen Internetanschluss. Mancher übt sogar den bewussten Verzicht. Ein Student: „Ich habe darauf verzichtet, weil sonst würde ich überhaupt nichts mehr für die Uni lernen.“ Mancher scheut auch die Freundin zu hause, die kaum sitzt man vier Stunden vor der Kiste, schon einen mit nervigen Aufforderungen unterbricht. Just wenn man gerade den letzten Wachposten vor der feindlichen Festung niedergemetzelt hat, soll man sich um so profane Dinge wie ein Abendessen kümmern oder sich gar eine Leonado-di-Capri-Schnulze im Fernsehen reinziehen.

Den wirklich entscheidenden Vorteil hat ein Internetcafe aber dann, wenn es zu mehreren an den Computer geht. Viele Spieler, vor allem Egoshooter machen eben nur in der Gruppe Spass. Entweder man teilt sich dann in zwei Teams oder man spielt gleich via Internet gegen eine ganz andere Einheit. Klar kann man auch selbst LAN-Partys organisieren. Doch dazu wird schon einmal ein Raum benötigt. Dann müssen die Computer dort hingekarrt, aufgebaut und vernetzt werden. Und zum Schluss gilt es wieder abzubauen und aufzuräumen. In ein Internet-Cafe kann man aber einfach reingehen, spielen, anschließend bezahlen und dann wieder nach Hause gehen, ohne jedweden größeren Aufwand.

In das Internetcafe zu gehen gibt es also tausend verschiedenen Gründe. Und je nach den Gründen gestaltet sich die Verweildauer. Mancher ist gerade mal eine halbe Stunde da. So mancher Dauergast hat es aber auch schon mal auf Acht-Stunden-Sessions gebracht. Die meisten sind Stammgäste. Aber auch da gibt es erhebliche Unterschiede. Der eine sitzt täglich vor dem Computer, der andere kommt an einem festen Tag die Woche und mancher schaut auch völlig unregelmäßig vorbei.

Nur an Sonn und Feiertagen kommt niemand. Dann, so will es die Stadt Freising ist geschlossen, um die Nachbarn nicht um die Sonntagsruhe zu bringen. Dabei gehört das Internetcafe mit Sicherheit zu den leiseren Lokalen im Freisinger Bereich.

Zugang zum Cappu-Ch@t hat nur wer älter als 16-Jahre ist. Grund: Der Internetzugang ist ohne jegliche Filtersoftware ausgestattet. Damit wäre der Jugendschutz nicht mehr gegeben. Allerdings will Inhaber Helmut Rankl spätestens im Frühjahr eine eigene Ecke für die ganz jungen Surfer einrichten. Nachfrage ist da. Vor allem wollen einige auch für ihre Hausaufgaben recherchieren. Dem ein oder anderen Spielchen oder einfach einem interessanten Chat sind die meisten natürlich ebenfalls nicht abgeneigt. Die eigentliche Zielgruppe werden aber freilich weiterhin die über 23-jährigen sein.

 

 

 


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