Wilde
Verfolgungsjagden, Verbrecherjagd mit gezückter Pistole alles nur
Klischee. Wenn Detektiv Peter Kellmann seiner Arbeit nachgeht, 1äuft
das nicht ganz so actionreich ab, wie es so manche Fernsehserie
vielleicht glauben macht.
Daß der Job trotzdem äußerst spannend ist, versteht sich von selbst.
Meist sind es allerdings eher untreue Ehemänner/Ehefrauen die es zu
beschatten gilt, und nicht gemeingefährliche Kriminelle.
Etwas Klischee ist natürlich auch geblieben. Die
Sherlock-Holmes - Pfeife gehört zu Peter Kellmann wie seine eigene
Nase. Ein Trenchcoat hingegen hängt seit zehn Jahren nicht mehr im
Schrank.
"Das Menschliche bleibt nicht außen vor," erklärt Peter
Kellmann, "aber man darf natürlich nicht die gescheiterten Ehen zählen.
Die meisten wollen sowieso nur einen Verdacht bestätigt haben, den sie
eh schon lange hegen."
Nach erfolgreichen Abschluß müßte allerdings oft
auch die Arbeit eines Seelentrösters übernommen werden, insbesondere
dann, wenn sich herausstellt, daß die kürzlich geheiratete Frau nicht
nur untreu ist, sondern auch in einem diversen Etablissement arbeitet,
und außerdem ein uneheliches Kind hat, von dem der Ehemann nichts wußte.
Über derartige pikante Wendungen und Kuriositäten
kann der Detektiv stundenlang Anekdoten erzählen.
Da war zum Beispiel der biedere Ehemann. Seine Frau verdächtigt ihn,
sein ganzes Geld zu Scientology zu tragen. Mehrere Infostände in ganz
Oberbayern wurden im Zuge der detektivischen Ermittlung genau unter die
Lupe genommen, doch statt dessen waren die Gelüste des Göttergatten
wesentlich irdischer. Statt ins jenseitige Leben investierte er lieber
in die Geliebte.
"Männer sind Triebtäter", so sein Fazit. Peter Kellmann
bietet nämlich noch einen ganz besondere Art des Treue-Testes an: Eine
attraktive Mitarbeiterin führt die Ehemänner in Versuchung und somit
aufs Glatteis. Über die Hälfte der Kandidaten können nicht Nein
sagen.
Neben seinen (Ent-) Parnerschaftsdiensten ist Peter Kellmann auch
anderen schwarzen Schafen auf der Spur. Wer krankfeiert könnte auf
einmal feststellen, daß sich unter seinen Partygästen ein Mitarbeiter
von der Hallbergmooser Detektei befunden hat.
Wenn im Kaufhaus Diebe ins Netz gehen, sind das meist kleine Fische:
Gelegenheitskriminelle, die vielleicht eher des Nervenkitzels wegen oder
aus anderen Gründen klauen, bei denen aber nicht so sehr der materielle
Wert der Beute im Vordergrund steht.
Dennoch dürften derartige Delikte nicht als Ordnungswidrigkeit
durchgehen fordert der Detektiv: "Ansonsten sind uns die Hände
noch mehr gebunden als es bisher schon war. Fraglich wäre, ob wir dann
überhaupt noch die Personalien feststellen dürften". (Derartige
Gesetzesinitiativen zur Entkriminalisierung von Bagatelldiebstählen
wurden immer wieder ins Gespräch gebracht).
Profidiebe hingegen, die häufig aus dem Ausland kommen, mit speziell präparierter
Wäsche und Handwerkszeug auf Beutezug gehen, durchschauen meist auch
diverse Sicherungssysteme. Sie verstehen, diese zu umgehen und sind
daher nur schwer zu fassen. Kaufhausdiebstahl ist aber ohnehin nicht
Peter Kellmanns Metier- die großen Ketten zahlen zu wenig statt dessen
ist er schon lieber ganz zielgerichtet diebischen Mitarbeitern auf der
Spur.
Gegenstände, insbesondere Geldscheine lassen sich durch Chemikalien
präparieren, so daß aus dem Lang- ein Blau- oder Grünfinger wird.
Andere Farben sind nur unter ultravioletten Licht erkennbar.
Die Folge: Der Täter ist bereits überführen, bevor er es selbst weiß.
High-Tech wird ohnehin bei Peter Kellmann großgeschrieben. Kameras nach
alter konventioneller Technik und meterlangen Mega- Objektiven oder ganz
kleine Apparate, aber mit elektronischer Bildspeicherung sorgen für den
nötigen Durchblick.
Gerade einmal auf Zigarettenschachtelgröße bringt es die kleinste
Videokamera. Auch akustisch läßt sich einiges machen. Wanzen sind
jedoch genauso streng verboten wie das Abhören von Telefongesprächen.
Tatsächlich stellt der Einsatz im Außendienst mit all den schönen
High-Tech-Geräten nur einen Teil der eigentlichen Arbeit dar. Vieles läßt
sich einfach vom Büro aus erledigen. Wenn es darum geht, einen säumigen
Schuldner oder vermißte Personen ausfndig zu machen, kann ein Anruf bei
Behörden oder Nachbarn oft Wunder wirken. Dabei darf man manchmal sogar
ein bißchen lügen, und am Telefon kann man ja ruhig rot werden.
Als einer der einzigen Detektive ermittelt Peter
Kellmann auch unter Wasser: Mit Preßluftflasche inspiziert er Schiffsböden
unter Wasser oder organiert die Suche und Bergung von Gegenständen von
der Angelrute bis zur Schwiegermutter.