| Urlaub auf den Ballearen | |||||
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Mallorca Ganz schön
Ballermann Mallorca: Kaum ein Urlaubsparadies ist so umstritten wie die Königsinsel der Balearen. Ob Jetsetter oder Ballermann Besucher oder Pauschali für den Teutonengrill, das Spanische Eiland ist angesagter denn je. Ein Grund dafür könnte die Vielseitigkeit liegen. Neben Badegästen, kommen auch Kulturreisende und sogar Bergsteiger auf ihre Kosten. Bekannteste Sehenswürdigkeit ist natürlich die Cathedrale von Palma. Die Zeiten als sich Kirchenschiff und Turm im Meer gespiegelt haben sind zwar leider, seit dem Neubau der Strandpromenade vorbei. Damit aber weder Touristen noch einheimische ganz auf diesen Anblick verzichten müssen, wurde jedoch ein Teich vor dem Gotteshaus angelegt. Mallorcas Wandel vom Piratennest zum Urlaubsparadies lässt sich im Museu de Mallorca Palma nachvollziehen. Ein Tipp für schlechtes Wetter, da man für den Besuch schon einkalkulieren sollte. Aber wann regnet es schon mal auf der Insel? Für Freunde der Moderne empfiehlt sich die Galerie Johanna Kinstmann in Santanyi. Die Grand Dame der Moderne organisiert sechs Ausstellungen pro Jahr. Absolutes Zentrum der Strandaktivität ist natürlich Arenal, und wer wirklich diesen unglaublich charming Misch aus Disco und nachgestellter bayerischer Wirtshausgemütlichkeit erleben will, hat den Ballermann 6 ja gleich in nächster Nähe. Feststellung: Eine Nacht dort zu verbringen kann wirklich lustig sein. Übertriebener Alkoholkonsum kann aber dazu führn, dass man sich nach einigen Stunden genau so verhält, wie die Leute über die man sich vorher amüsiert hat. Natürlich darf man sich bei einer Ballermann.Nacht auch nicht an einigen gröhlenden Betrunkenen stören. Der Anfall an Alkoholleichen dürfte aber kaum höher liegen als bei einem durchschnittlichen Volksfest, hochgerechnet auf die Ballermann-Besucherzahl versteht sich. Wer Niveau sucht, begibt sich von den Strand-Vorstädten ins Herz der Insel nach Palma Palma. Auf drei Ebenen wird im Tito’s Discosound mit guten Showeinlagen geliefert. Ein Außenlift befördert „Wichtige“ und solche die sich dafür halten in die oberen Stockwerke. Bis der Morgen über dem Meer dämmert (wunderschöner Anblick) steigt die Stimmung dem Zenit entgegen. Für Techno-Fans hat sich das nicht weit entfernte Pascha’s zu einem In-Schuppen entwickelt. Für den Strand von Arenal bis Maggaluf gilt, mehr Revier als das Badetuch und 50 Zentimeter Sandzwischenraum lassen sich nicht abstecken. Aber auch an anderen bekannten Sandstränden ist es schwer, zu ein wenig mehr Freiraum zu kommen . Es gibt nur zwei Alternativen, man macht sich zu Fuß auf den Weg und erreicht dann eine, eventuell sogat menschenleere Felsenbucht (Gehzeit ab 20 Minuten) oder man mietet sich ein Motorboot. Nach einer Stunde schippern, findet wer es weiß oder viel Glück hat, dann tatsächlich einen nullfrequentierten, klitzekleinen Sandstrand. Wer über die Insel fährt ist praktisch auf ein Gefährt angewiesen. Autos, Jeeps aber auch Motorräder lassen sich an jeder Ecke mieten. Lediglich von und nach Palma scheint eine Art öffentlicher Personen-Nahverkehr zu existieren. Unbedingt eingeplant werden sollte jedoch eine Zugfahrt von Palma nach Soller. In historischen Wagons geht es durch das Innenland. Wer den Train Touristica besteigt, kommt sogar in den Genuss mehrerer Haltestellen, an denen man die schönsten Urlaubserinnerungen knipsen kann. Diverseste Veranstalter bieten außerdem Reisen zu den schönsten Sehenswürdigkeiten, beispielsweise Grotten an. Aber Vorsicht! Die ganz, ganz billigen Angebote sind Verkaufsfahrten. Man wird wie Vieh durch ein Museum getrieben und dann mit jeder Menge völlig unnötiger Artikel konfrontiert. Wer also keinen Urlaubstag für ein Gratis-Mitagessen opfern will, sollte sich vorher erkundigen. Neben den Touristen haben sich auch eine ganze Menge Leute hier ihre „Residentia“ oder ihren Zweitwohnsitz geschaffen. Dazu zählen Diva Christine Kaufmann, Boris Becker kuriert hier seinen Tennisarm, Claudia Schiffer erklärt: „Mallorca ist und bleibt meine Trauminsel“, „Dirty Harry“ besitzt eine Finca und selbst Volksliedbarde Heino ist hier dem blau, blau, blaublühendem Irgendwas auf der Spur. Aber auch viele Otto-Normalverbraucher haben sich hier angesiedelt und im Gepäck so manches deutsches Kulturgut. Fest etabliert hat sich das Vereinswesen. Als Kegelbruder darf man sich auch hier zum monatlichen Stammtisch treffen. Strenggetrennt nach ethnischer Herkunft. So gibt es einen „Hamburgerhügel“, während um „Port d’Andraitx“ der rheinländische Dialekt vorherrschende Sprache ist.
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