Tagebuch November

Alte Tagebücher

Dienstag, 1. November 2005 (Allerheiligen)
Jahresabschluss 2004 - Produktion der Nightlife Seite
Mittwoch, 2. November 2005
Arbeit an einer neuen Reportage
Mittwoch, 2. November 2005
Arbeit an einer neuen Reportage
Donnerstag, 3. November 2005
Gerichtsverhandlung: Zwei sich streitende Schwestern: Ausgerissene Haare, Verbrennungen mit einer Zigarette, blaue Flecken. Wer schuld ist scheint mir schwer zu sagen. Irgendwie würde es mir manchmal doch sinnvoll erscheinen, einfach beide zu gemeinnütziger Arbeit zu verurteilen. Okay. Natürlich kann man keinen Unschuldigen verurteilen. Allerdings wenn ohnehin feststeht, dass es sich um wechselseitig begangene Körperverletzungen handelt, würde es sich ja nicht wirklich um Unschuldige handeln. Und wenn die dann ohnehin die Justiz bemühen, warum sollte die Justiz nicht sie bemühen.

 

Freitag, 4. November 2005
Gespräch mit der Caritas. Die Reportage nimmt Gestalt an. Dann zum Flughafen. Ticket nach Hannover gekauft. Delegiertenversammlung des liberalen Mittelstandes. Am Abend bei Uwe Penner (Bayernpartei) vorbeigeschaut. Ich hoffe zur Kommunalwahl gibt es gemeinsame Listen. Vielleicht kann man dann auch noch ein paar Außenstehende gewinnen. Das bürgerliche Potenzial jenseits der CSU ist gigantisch. Und jetzt nach dem Stoiber den Oscar gemacht hat, steigt der Unmut. Eigentlich kann ich Edmund Stoiber ja gut verstehen: Possierliche kleine Nagetiere verlassen das sinkende Schiff. Das ist aber explizit kein Rattenvergleich. Es ist etwas völlig natürliches, dass wenn ein Schiff untergeht, man versucht die Rettungsboote zu erreichen. Zu bemängeln ist allenfalls die fehlende Weitsicht. War ja wohl von Anfang an klar, das Union und SPD eine Koalition aus Not und Elend sind. Und man betritt schlichtweg nicht so einen rostigen Kahn, noch da zu wenn nicht mal echte Seeleute an Board sind. Man hat ja sogar verzichtet einen Leichtmatrosen mitzunehmen.

Da wir gerade bei zynischen Anmerkungen sind. Offensichtlich gibt es ja eine Einigung bei der Atomkraft. Viele in der FDP setzen ja weiter auf Atomstrom aus Deutschland. Finde ich falsch. Wir sollten lediglich eine Liberalisierung des europäischen Strommarktes vorantreiben. Dann lässt sich Atomstrom aus Tschechien oder der Ukraine importieren. Allein die Kapazität Temelins ließe sich verdoppeln. Und so günstig wie in Osteuropa lässt sich Atomstrom bei uns nicht produzieren. Immerhin müssen dort viele Sicherheitsstandarts nicht beachtet werden. Und wenn was schief geht, dann wenigstens nicht bei uns. Klar radioaktive Strahlung macht nicht an der Grenze halt, aber es kommt eben doch auch auf die Dosis an mit der man verstrahlt wird.

Samstag, 5. November 2005
Fon besucht einen Kinderflohmarkt. Ich schaue mir einen Veranstaltung "Heizen mit Holz" an. Am Abend Jahreshauptversammlung der Geflügelzüchter. Die Koalitionsverhandlungen gehen weiter. Die SPD stimmt der Mehrwertsteuer zu, wenn es eine neue Spitzensteuer gibt.

Mehrwertsteuer - Wer hat uns verraten? Sozialdemokraten!

Spitzensteuer - Wer hat uns verraten? Christdemokraten!

10 Prozent FDP sind nicht genug!

Sonntag, 6. November 2005
Endlich habe ich Zeit die Anträge zur Bundesdeligiertenkonferenz BLM zu lesen. Prima wer in Zukunft einen Aufnahme-Antrag stellt, soll versichern, dass er kein Scientologe sein. Also das muss ausgebaut werden. Jeder soll bitte schön auch unterschreiben, dass er kein Zeuge Jehovas, kein Quäker, kein Hugenotte und kein Adventist ist. Bei den Pfingstlern und Exorzismus betreibenden Katholiken bin ich mir noch nicht ganz so sicher. Irgendwie sind mir auch die Calwinisten und Altkatholiken verdächtig. Am besten setzen wir einen Ausschau-Ausschuss ein, um Ausschau nach verdächtigen Religionsgemeinschaften zu halten. 
Montag, 7. November 2005
Gerichtsverhandlungen, die Nightlife-Seite machen und Am Abend noch die Jahreshauptversammlung des Kreisjugendring. Vor allem letzteres war allerdings ein richtiger Glücksgriff. Vielleicht organisiert das Jugendparlament eine Veranstaltung mit mir. 
Dienstag, 8. November 2005
Bezirksfachausschuss Außenpolitik mit dem kroatischen Konsul. Ich begrüße es absolut, dass mit  Kroatien Verhandlungen zur EU-Mitgliedschaft aufgenommen werden. Ich konnte es natürlich auch nicht lassen, die Problematik der ethnischen Kroaten in Bosnien anzusprechen.Meine Befürchtung ist, dass diese bei einer EU-Mitgliedschaft dann außen vor bleiben. Bosnien braucht dringend ebenfalls eine EU-Perspektive, aber vielleicht besser als zwei Staaten. Soll doch die Republik Sirbska zu den Serben gehen. Die wollen da hin, und in Bosnien vermisst sie auch keiner so wirklich. Vielleicht ist es auch einfacher bei zwei Staaten ein gut nachbarschaftliches Verhältnis zu entwickeln, als wenn man quasi in Zwangsehe gehalten wird.   
Mittwoch, 9. November 2005
Einladung zur Kreisjahreshauptversammlung verabschiedet. 
Donnerstag, 10. November 2005
Publikrelation Tour für die Witzigmann Kochshow. Dann zu einer Sicherheitsveranstaltung für Senioren. Klar schützen ist wichtig, und ein bisschen Misstrauen ist sicher angebracht. Allerdings wer will schon in einer Gesellschaft leben, die nur auf Mißtrauen basiert. Natürlich können auch zwei Kinder, die nur mal ein Glas Wasser haben wollen, Diebe sein. Trotzdem. Ich denke ich würde da doch noch das Risiko eingehen. Klar: Bei mir gibts auch nichts wichtiges zu klauen. Das Geld ist auf der Bank und nicht unter dem Kopfkissen. Abends noch eine Reportage: Mädchen im Juz.
Freitag, 11. November 2005
Publikrelation Tour für Witzigmann. Am Abend erst die Jahreshauptversammlung der Sportler in Bergen und Danach Partys in Glonn und Freising.
Samstag, 12. November 2005
Laternenzug zu St. Martin der Kinder und Fackelzug der Krieger zum Volkstrauertag. Danach Party in Taufkirchen. 
Sonntag, 13. November 2005
Verdi-Veranstaltung zu Discountern. Was die Discounter abziehen, um Betriebsräte zu verhindern ist eine Sauerei. Allerdings sind Gewerkschaftsvorstellungen auch hanebüchen. Da wird bedauert, dass Selbstscankassen zu Entlassungen bei Verkäuferinnen führen. Nun ja auf Diesellocks fahren auch keine Heizer mehr mit.   
Montag, 14. November 2005
Gericht, Nightlife und Abend spricht Bundestagsabgeordneter Martin Zeil in Forstern. Alle wundern sich warum Stoiber aus Berlin zurück ist. Ich hab ihnen gesagt warum: Wenn ein Schiff unweigerlich sinkt, dann ab in die Rettungsbote. Ich hatte freilich, dass Schiff Große Koalition nie betreten. 
Dienstag, 15. November 2005
Und wieder weitere Gerichtsversammlungen. - "Der Würger von Hallbergmoos - Abends Katholikenversammlung 
Mittwoch, 16. November 2005
Flughafen: Auf der Suche nach einem Vollzeitjob für meine Frau. Der bayrische Staat hat uns voll reingelegt. Als Fon schwanger wurde hat sie drei Jahre Erziehungsurlaub beantragt und bekommen. damals gab es noch zwei Jahre Erziehungsgeld vom Bund und ein Jahr von Bayern. Jetzt hat Bayern dies auf sechs Monate zusammengestrichen. Ob Lufthansa meine Frau aber sechs Monate früher einstellt, steht noch nicht fest. Problematisch: Mit zweieinhalb kann Aurelia noch nicht in den Kindergarten. Das Geld aus einer Teilzeitbeschäftigung wird für ein Au-pair aber auch nur knapp reichen.  Am Abend: Kreisvorstandssitzung.
Donnerstag, 17. November 2005
Gerichtsverhandlungen - ein paar Kleingauner und Szenen einer Ehe. Ein paar Fotoarbeiten.
Freitag, 18. November 2005
Interview mit einem ehemaligen Penner. Der Mann war mal Besitzer einer großen Elektrofirma. Dann pleite und mit fast einer Million DM Schulden dagestanden. Nach mehreren Jahren Obdachlosigkeit jetzt wieder ein Teilzeitjob. - Niemand ist vor Schicksalsschlägen gefeit und doch, so dick es auch kommt, irgendwie geht es immer weiter. 
Samstag, 19. November 2005
In der früh mit dem Flieger nach Hannover. Dort ist Bundesversammlung der liberalen Mittelständler. Erfreulich schnell werden die Anträge behandelt.

Rund um die Uhr einkaufen, zumindest während der Fußballweltmeisterschaft soll das möglich sein – Diese Forderung vertritt Gerhard Greiner. Der Münchner Rechtsanwalt wurde am Samstag in Hannover zum stellvertretendren Vorsitzenden der Bundesvereinigung Liberaler Mittelstand gewählt. Dies soll freilich nicht nur dafür sorgen, dass ausländische Gäste nach einem Fußballbummel unerwartet vor verschlossenen (Laden)Türen stehen, sondern auch als Testphase für eine weitere Liberalisierung der Ladenöffnungszeiten dienen. Unterstützt wird er dabei von seinem Verbandskollegen Wolfgang Strauss, Hauptgeschäftsführer der Verbände des Bayerischen Zimmerer- und Holzbaugewerbes. Dem brennt zudem ein weiteres Problem auf den Nägeln: Das von der großen Koalition geplante Vorziehen der Fälligkeitstermine der Sozialabgaben. Dies, so hofft die Bundesregierung würde 20 Milliarden Euro mehr Liquidität für die Sozialkassen bedeuten. Auf der anderen Seite würden diese aber den Betrieben fehlen mit den daraus folgenden Konsequenzen bis zu einer Steigerung der Insolvenzrate. Zudem würden allein die so verursachten zusätzlichen Bürokratiekosten sich auf zwischen einer und 1,2 Milliarden Euro belaufen. Herbe Kritik gab es an der geplanten Erhöhung der Mehrwertsteuer. Von den Verbandsmitgliedern wurde ein ähnlicher Effekt wie bei der Erhöhung der Tabaksteuer befürchtet. Damals fielen trotz Erhöhung der Steuerquote, die Einnahmen für den Staat. Immer mehr Bürger schränkten ihren Tabakkonsum ein. Was gesundheitspolitisch gewollt sein mag, wird bei der Mehrwertsteuer kaum beabsichtigt sein. Auch hier wird der Bürger wahrscheinlich zu Steuervermeidungsstrategien greifen. Das heißt entweder Kaufzurückhaltung oder Verstärkte Nachfrage nach nicht versteuerten Leistungen. Wolfgang Strauss: „Das ist ein Konjunkturprogramm für die Schwarzarbeit“. An der im Rahmen der Konferenz stattfindenden Mittelstandstag beteiligten sich 150 Unternehmer. Zum Vorsitzenden der Bundesvereinigung Liberaler Mittelstand wurde Dr. Rainer Kolb gewählt. Neben Gerhard Greiner bereichern den Vorstand Ralf Wegener und Michael Böhmer.

Mit Thomas Stockmeier dann nach Hause gefahren. Anschließend noch ein Partytermin in Lorenzenberg bei Ebersberg und gleich noch die Bilder bearbeitet.

 

Montag, 21. November 2005
Besprechung mit Günter Pletschacher zum anstehenden OB-Wahlkampf und natürlich Fertigstellung der Nightlive Seite. 

 

Dienstag, 22. November 2005
Vergewaltigungsprozess in Freising - Überraschende Kehrtwende. Das Opfer und der Täter standen auch nach dem "Vorfall" in SMS Kontakt. Das Opfer bietet dem Täter sogar an, bei ihr einzuziehen. Auch der Richter findet das ein eher merkwürdiges Verhalten für ein Vergewaltigungsopfer. Offensichtlich ist die Frau "lediglich" gedemütigt worden. In der betreffenden Nacht kam es nur zu einvernehmlichen Sex, aber anschließend sprang der "Täter" noch mit seiner jüngeren Geliebten ins Bett. Genetelmanlike ist das nicht, aber auch nicht strafbar: Freispruch.  

 

Mittwoch, 23. November 2005
Nochmal zum Flughafen - Fon kann wohl schon Mitte Januar mit der Arbeit anfangen. Am Abend Kreisjahreshauptversammlung. Unser Antrag zum Flughafen scheitert leider. 

Der FDP Kreisverband Freising fordert die Städte, Gemeinden und Kommunalpolitiker im Flughafenumkreis auf, konstruktive Gespräche mit dem Flughafen zu beginnen.

Dabei stellt die FDP ganz klar, dass der Bau der dritten Startbahn ein massiver Eingriff in die Lebensqualität der im direktem Umland lebenden Menschen ist. Genauso klar sieht die FDP auch, dass der Bau einer dritten Startbahn ein immenser Impuls für die wirtschaftliche Entwicklung des südlichen Bayerns ist.

Letztendlich wird sich ein Ausbau des Flughafens aufgrund der stetig steigenden Nachfrage nach Mobilität nicht vermeiden lassen. Die Bestrebungen, den Bau der dritten Startbahn komplett zu verhindern, sind daher aussichtslos und politisch nicht sinnvoll.

Wir fordern die betreffenden Kommunalpolitiker auf, sich von einer totalen Blockadehaltungen zu verabschieden und stattdessen in Verhandlungen mit der FMG die bestmöglichen Ergebnisse für die Bevölkerung und Gemeinden zu erreichen.

Dies muss weit über großzügige Entschädigungen und Schallschutzmaßnahmen hinaus gehen.

Unabdingbare Forderungen der FDP im Kreis Freising sind:

 

          Konsequentes Nachtflugverbot. Die bisherige Reglung ist für die Bevölkerung weder nachvollziehbar noch überprüfbar. Die FDP fordert keine Flugbewegungen – ausgenommen Postflüge - zwischen 23 und 6 Uhr. Bei Verspätungen ist in Bußgeld zu verhängen dass sich an Größe des Flugzeuges und Zeitüberschreitung orientiert. Das Bußgeld ist so zu bemessen, dass es finanziell uninteressant für die Fluggesellschaften ist, die Nachtflugregelung nicht einzuhalten.

-              Der Flughafen muss sich an den notwendig werdenden Infrastrukturmaßnahmen beteiligen. Der Flughafen  hat nicht nur für neue Arbeitsplätze gesorgt, sondern ebenfalls für einen massiven Zuzug in die Region. In vielen Gemeinden ist damit ein Defizit an Einrichtungen der Infrastruktur entstanden. 

          Die Verkehrssituation um den Flughafen hat sich erheblich verschärft. Mit dem Bau einer dritten Startbahn wird sich dieser Trend fortsetzen. Wir fordern daher eine Beteiligung an den notwendigen Verkehrsmaßnahmen wie Ortsumgehungen und Ausbau des Verkehrsnetzes.

-           Wir fordern die Schaffung eines Betriebskindergarten und einer Betriebskinderkrippe am Flughafen. Der notwendige Neubau von Kindergärten durch den, vom Flughafen initiierten Zuzug, hat bereits in der Vergangenheit die Gemeinden vor schwierige finanzielle Probleme gestellt. Hinzu kommt, dass viele Kindergärten überfordert sind Angebote aufzunehmen, die speziell auf am Flughafen arbeitende Eltern zugeschnitten sind (Schichtarbeit). Es ist Zeit dass der Flughafen hier soziale Verantwortung übernimmt, und entsprechende Einrichtungen für die Mitarbeiter zur Verfügung stellt.

Auch bei uns gibt es Flughafengegner und Leute, die sich nicht auf zu glattes Eis hinauswagen wollen. Allerdings kann man durchaus feststellen, dass nicht das ganze Umland aus strikten Flughafengegnern besteht.

 

Donnerstag, 24. November 2005
Endlich erscheint meine Reportage zu Kontokündigungen:

Freising (sj) – Bereits seit Jahren befindet sich Kathrina G. (Name geändert) in finanziellen Schwierigkeiten. Mittlerweile bemüht sie sich aus der Schuldenfalle zu entkommen. Erste Ansätze zeigen Erfolg. Doch jetzt kann sie nicht einmal ihren Schuldenberg abtragen. Warum? – Weil sie schlichtweg kein Konto hat. – Eine Erfahrung, die immer mehr überschuldete Bürger machen müssen, mit katastrophalen Konsequenzen. Ohne Konto ist keine Entschuldung möglich. Ohne Konto ist selbst das Beziehen der Sozialleistungen mit großen Schwierigkeiten verbunden. Weder Rente noch Arbeitslosengeld können bar ausgezahlt werden. Auch viele Arbeitgeber zeigen sich wenig begeistert, wenn die Entlohnung in Cash erfolgen soll. Katharina G. versucht derzeit das Problem zu umgehen, indem der Zahlungsverkehr über das Konto ihrer 14-jähriger Tochter läuft. So ganz korrekt ist das freilich nicht. Theoretisch ist das Geldwäsche. Zumindest spielt da die Bank nicht mit. Als Katharina G. die Miete vom Konto ihrer Tochter überweisen wollte, sagte die Bank nicht nur „Nein“ sondern beschlagnahmte gleich den Betrag. Mit etwas Glück bekommt Katharina G. das Geld in den nächsten Tagen wieder zurück. Dafür wurde ihr aber auch gleich angedroht, dass man auch das Konto der Tochter kündigen würde. Was Katharina G. besonders ärgert, seit über 10 Jahren war sie Kundin der Bank, ohne jegliche Probleme. Erst als sie in Erziehungsurlaub ging, kollabierte ihre finanzielle Situation.

Fälle wie der von Katharina G. häufen sich in der Schuldnerberatungsstelle der Caritas. Zwischen drei und viermal in der Woche muss sich Berater Günter Miß mit derartigen Problemfällen herumschlagen. Meist ist eine Kontopfändung die Ursache.

Wie kann man auch ohne Konto zu den einem zustehenden Leistungen kommen? – Günter Miß weiß die Antwort. Möglich ist es sich die einem zustehenden Sozialleistungen über Postanweißung zu kommen zu lassen. Nachteil, dass kostet Extra Gebühren. Mit dem Geld kann man dann möglichst bar beispielsweise seine Miete bezahlen. Doch wenn die Wohnung einer Gesellschaft, möglicherweise mit Sitz in Düsseldorf gehört, scheidet auch diese Variante aus. Dann bleibt nur die Bareinzahlung, ebenfalls mit Extragebühren. Schnell summiert sich das auf rund 50 Euro. Daher ist es besser sich doch irgendwie mit einer Bank zu einigen. Dabei gilt: Einfach ein neues Konto zu eröffnen hilft nicht weiter. Bei der nächsten Kontopfändung wird wieder gekündigt. Besser ist es von Anfang an mit offenen Karten zu spielen. Wird dann abgelehnt, sollte man sich das schriftlich geben lassen. Denn eigentlich haben die Banken erklärt, dass die freiwillig jedem ein Konto auf Guthabenbasis zur Verfügung stellen . Ausnahme sind Problemkunden. Dabei ist Problemkunde nicht durch Kontopfändung definiert, sondern bezieht sich auf einen gewissen Personenkreis, die beispielsweise versuchen, mit ihrer Kundenkarte einzukaufen oder Überweisungen tätigen obwohl kein Geld vorhanden ist.

Was passiert bei einer Kontopfändung?

Kontopfändung, dass heißt nichts geht mehr am Geldautomaten. Keine Überweisungen werden ausgeführt. Der betroffenen Familie bleibt nicht mal das Nötigste zum Leben. Die sogenannte Pfändungsfreigrenze bleibt unberücksichtigt. Die Betroffenen können nur zum Amtsgericht gehen, und dort einen entsprechenden Antrag stellen. Dann muss die Bank zumindest das Geld bis zur Pfändungsfreigrenze rausgeben. Dafür haben sie aber 14 Tage Zeit. Lediglich Sozialleistungen wie Kindergeld müssen innerhalb von sieben Tagen ausbezahlt werden. Werden die Anträge jedoch nicht gestellt, dann geht das Geld an den Gläubiger.

Häufig bleiben Kontopfändungen wirkungslos. Doch der psychologische Druck auf die Schuldner ist enorm. Hinzu kommt, dass diese Vorgehensweise in vielen Fällen eine Kontokündigung nach sich zieht. Die betroffenen Kunden bereiten der Bank nämlich zum einem viel Arbeit, zum anderen besteht auch für die Bank die Gefahr, dass wenn ihr ein Fehler unterläuft, sie in Regress genommen wird.

Abends: Kunstausstellung im Rathaus Neufahrn.

 

Freitag, 25. November 2005
Ich bin trotz Ablehnung  unseres Flughafenantrags mit dem Presseecho ganz zufrieden. Abends geht es in den Lindenkeller und nach Dorfen. 

 

Samstag, 26. November 2005
Ausstellungseröffnung des Hobbykünstlermarktes. ich werde mehrmals zu meiner Haltung zum Flughafen angesprochen. Die Zustimmungsquote liegt bei 4 zu 2. Ein Mitglied des Moosburger Stadtrates: "Wir müssen auch eine Stellungnahme gegen die 3. Startbahn beschließen" Die Betonung liegt auf müssen. - Warum müssen wir eigentlich?    

 

Sonntag, 27. November 2005
Magnus Becker kämpft in Münster um den Einzug ins Studentenparlament. Ich mache für ihn ein wenig Telefonmarketing. Allerdings kommen am Nachmittag wieder ein paar Freunde von Fon.

 

Mittwoch, 30. November 2005
Veranstaltung der FNST in Ingolstadt. "Treibhäuser der Zukunft – wie in Deutschland Schulen gelingen" - Alles schimpft über die deutschen Schulen, doch wie können wir sie verbessern? - Es zeigt sich in meinen Augen, dass eine Ganztagesschule wirklich ein Gewinn sein kann. Vorraussetzung ist freilich, dass es auch eine entsprechende finanzielle Ausstattung gibt oder die Pädagogen sich entsprechend engagieren.
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